Wie unsere Agentur ein halbes Jahrhundert Wandel miterlebt und kommunikativ begleitet

Schlaghosen, Schnäuzer und lange Haare zieren die Menschen, Wählscheibentelefone, Schreibmaschinen und Aschenbecher die Büros. Das Gründungsjahr von RosenbauerSolbach liegt nicht nur im vergangenen Jahrtausend, sondern auch in einer anderen Welt. Doch riecht 1970 nicht nur nach verbleitem Benzin und Zigarettenrauch – es riecht auch bereits stark nach Veränderung. 

Eine neue Ära bricht an für Deutschland – und für zwei Männer in Hamburg

Mit den 1970er Jahren endet die Wirtschaftswunder-Ära. Die Binnennachfrage ist gesättigt, neue Produktionsverfahren verringern den Arbeitsaufwand, die Arbeitslosenzahlen steigen und die Einkommen sinken. Die damalige sozialliberale Koalition bekämpft die erste Wirtschaftskrise nach Ende des Zweiten Weltkrieges. Was für ein Zeitpunkt, um eine Werbeagentur zu gründen! Heute sagen wir: Danke, lieber Gregor und lieber Hannes. Denn aus eurem Mut und Elan wurde eine der renommiertesten B2B-Kommunikationsagenturen Deutschlands.

Noch ist nicht alles B2B, was glänzt

Dabei ist RosenbauerSolbach in den ersten 20 Jahren noch gar nicht „B2B Pur“. Der Schwerpunkt liegt bis in die 1990er auf B2C-Kommunikation mit viel Food, etwas Recruiting und jeder Menge Elektronik. Beim Stöbern im Archiv bekommen wir glänzende Augen, nicht nur aus Nostalgie, sondern auch wegen so mancher Lachträne ob der komisch anmutenden Ästhetik.

Die Elektronikprodukte werden noch prägend für die Weiterentwicklung der Agentur sein, nämlich die letztendliche Spezialisierung auf B2B. Denn neben klassischer Unterhaltungselektronik sind viele der zu bewerbenden Produkte komplex und erklärungsbedürftig. Es sind technologisch bahnbrechende Neuheiten ihrer Zeit: vom Hexaglot-Taschen-Sprachcomputer über Dr.-Neuhaus-Datenübertragungstechnik bis hin zu Microsofts FoxPro, einer RAD-Programmierumgebung. Wir erleben und begleiten somit die früheste Phase der Digitalisierung (die zu jenem Zeitpunkt noch nicht so heißt).

In den frühen Neunzigern fällt die Entscheidung zur zukünftigen Spezialisierung auf B2B, denn uns wird mit jedem neuen Briefing klarer: Je technischer und erklärungsbedürftiger, desto mehr sind wir in unserem Element. Darin sind wir richtig gut, daran haben wir richtig Spaß.

Sagt Moin Moin zu RosenbauerSolbach – den B2B-Spezialisten

Mit dem Jahrtausendwechsel ist die Marketingkommunikation endgültig um einen Kanal reicher: Online. Hauptsächlich noch in Form von Werbebannern. Dass die Dotcom-Blase nach einer kurzen, ekstatischen Wachstumsphase platzt, tut der Weiterentwicklung der digitalen Sphäre keinen Abbruch. Man muss mittlerweile als Kommunikator eine ganz neue Größe einbeziehen: die Rezipienten. Diese fügen jeder laufenden Kampagne mit unmittelbarem und ungefiltertem Feedback in Kommentarthreads, Foren sowie Blogs und auf eigenen Websites eine neue und unberechenbare Ebene hinzu. (Mit der massenhaften Nutzung von Social Media, etwa zehn Jahre später, wächst dieser Faktor ins Extreme.)

Während dieser Zeit arbeiten wir für große Tech- und Fintechkunden, unter anderem die Tecis AG (für sie erfanden wir den Begriff Financial Wellness) und die Ision Internet AG.

„Bei RS surft der Webentwickler mit dem Geschäftsführer auf einer Welle – und das sprichwörtlich bei mindestens 20 Knoten. Ganz Besonders ist es, mit Team und Kunde Preise auf dem Effie entgegenzunehmen.“

„Obwohl die Agentur für mich ein Zwischenhalt ist, bei dem die Weiterfahrt feststeht,  fühle ich mich dank der wirklich tollen Menschen fast daheim. Danke RS!“

„Wenn man in der Werbung 50 Jahre lang besteht, dann ist man wohl das Einhorn unter den Agenturen und wenn man dann noch das Etikett B2B pur dran hängt – wahrscheinlich sogar die Sonderedition davon. Wie man so alt wird? Ich glaube, vor allem durch Mut und Kollegen, die Lust haben gemeinsam mit dir neue Sachen auszuprobieren. Und ja, das kann man bei uns ziemlich gut.“

„Erstmal, herzlichen Glückwunsch! 50 Jahre, das ist etwas sehr Besonderes. Dann, herzlichen Dank! Für das erfolgreiche Spannungsfeld der Namensgeber. Für das sehr menschliche Miteinander, die freundschaftliche Zusammenarbeit, die Musketier-Philosophie (Einer für alle, alle für einen), die flache Hierarchie.“

„Als ich als Freelancer zum Team kam, gab es keine 3D oder Motion Unit: RosenbauerSolbach hat mich zu meinen Konditionen aufgenommen und mich machen lassen – und nun haben wir alle etwas davon. Ich bin froh, ein Teil der Firmengeschichte zu sein und gemeinsam mit RS im Haus Bilder und Filme zu produzieren, die sich zur Gründung der Agentur niemand hätte vorstellen können. In 10 Jahren haben sich die Firmen – und persönliche Biographie miteinander verwoben und ich hoffe, es werden noch einige weitere Jahrzehnte.“ 

„50 Jahre – 1 Jahr dabei!“

„Als RosenbauerSolbach bereits über 8 Jahre lang existiert kommt ein zukünftiger Texter zur Welt, Moi. Bald darauf – schlappe 38 Jahre später – ist er auch schon an Bord, ta-da. Er behält das Tempo bei und vier Jahre später kommt er zu dem Schluss: Werbung machen hat nie mehr Sinn und Spaß gemacht, als im technokratisch-substanziomatisch-wissenschaftiopathisch geprägten B2B. Voilà.“ 

„50 Jahre RS – was sagst Du dazu? Oder, was war in den vielen Jahren für mich bei RS besonders bemerkenswert? Seit 1991 war für mich jedes Jahr etwas Besonderes. Ich möchte dennoch die Zeit nicht zurückdrehen und freue mich immer wieder auf Neues. Das macht ja unseren Job aus – neugierig sein und sich immer wieder in neue Themen einarbeiten und dazulernen.“

Und noch ein Thema beginnt, den wirtschaftlichen Diskurs zu dominieren: Umweltschutz. Nachhaltigkeit, Klimaschutz, Fairtrade sind Buzzwords und gleichzeitig Imperative geworden. Auf der Expo 2000 beherrscht zum ersten Mal das Gleichgewicht zwischen Mensch, Natur und Technik thematisch die Präsentationen.

Passend zu einem neuen Zeitalter mit neuen Koordinaten. Bis heute zählen wir Siemens Gamesa (ehemals Siemens Wind Power) zu unseren Kunden, ebenso wie Tesvolt, einen Anbieter von hochinnovativen Batteriespeichern für Gewerbe und Industrie.

Auch agenturintern vollzieht sich einiges an Wandel: 2006 wird es Zeit, sich räumlich zu vergrößern, denn mit der Anzahl und Größe der Kunden wächst auch die Belegschaft. So verlassen wir die Schanze Richtung Winterhude und schlagen im Moohrfurtweg unser neues B2B-Hauptquartier auf. Passend zur neuen Flughöhe gestalten wir 2007 zum ersten Mal ein komplettes Flugzeug als Werbeträger: Der A319 bewirbt als „Hamburg Shopper“ die Einkaufsmetropole Hamburg.

2013 ist schließlich der Generationenwechsel an der Spitze komplett, der sich schrittweise vollzogen hat. Die Gründer Gregor Rosenbauer und Hannes Solbach haben endgültig das Zepter in Form von Anteilen und Geschäftsführung an Thilo Schirmer, Peter Mattmüller und Maurice de La Bastide übergeben.

Neugierig, wie es weitergeht?

Wir auch. Erneuerbare Energien, Verantwortung und Zukunftssicherheit beschäftigen uns mehr denn je. Auch in eigener Sache, denn die Coronakrise hat auch uns vor bislang ungekannte Herausforderungen gestellt.

Im Verlauf der vergangenen 20 Jahre sind wir stetig gewachsen und es gibt vermutlich kaum eine Branche oder ein Produkt aus dem B2B-Bereich, mit der bzw. dem wir im Zuge unserer Kommunikationsarbeit noch keine Berührungspunkte hatten.

Wo es mit dem Kommunikationsmix noch hingeht, darauf sind wir ebenfalls gespannt. Der ist nämlich heute im Vergleich zu 1990 gewaltig. Konnte man damals noch mit fünf Fachleuten eine Kampagne ausrollen, braucht man heute die Spezialkompetenzen von mindestens zehn, um alle Kommunikationskanäle zu bedienen.

Sicher ist: Es bleibt spannend. Und am spannendsten ist für uns immer die Gegenwart, denn im Jetzt sind wir herausgefordert, Neues zu lernen, Bestehendes zu adaptieren, Kunden dahingehend zu beraten und querzudenken. Wir werden ständig aus unserer Komfortzone herausgeschubst, mal durch wirtschaftliche Entwicklungen, mal durch technologische Neuerungen. Und genau daran haben wir Spaß, denn unsere unendliche Neugier treibt uns an und bringt uns weiter. Gelegentlich bringt sie uns sogar Auszeichnungen: neben GWA-Profi-Awards nun sogar auch einen Effie in Gold. Das macht uns stolz und motiviert uns zu mehr.

 

 

 

 

 

 

 

 

Unternehmen Sie mit uns eine kleine Zeitreise: Wir möchten Ihnen die Perlen aus unserem Archiv vorstellen. Nicht alle preisgekrönt, aber häufig preisverdächtig – stets mindestens von nostalgischem Unterhaltungswert, der nicht in Gold aufzuwiegen ist. Folgen Sie uns auf Facebook und Instagram!